Unterstützung von EHS-Betroffenen: Sonnenblumen-Bändel & Safe Spaces

in Bildung, Schule, Kindergarten, Elektrosensibilität, Fortbewegung, Gesundheit, Politik, Sich schützen

Rund zehn Prozent der Bevölkerung werden durch elektromagnetische Felder leicht bis sehr schwer beeinträchtigt. Erholsame Ferien, die freie Wahl eines Arbeitsplatzes, der Besuch von gesellschaftlichen Anlässen, Spitalaufenthalte, die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder neuen Autos sind für viele Betroffene nur schwer oder gar nicht mehr möglich. Anlässlich des internationalen EHS-Tags lanciert Schutz vor Strahlung zwei neue Projekte, die EHS-Betroffenen Entlastung bringen sollen: Den «Sonnenblumen-Bändel» für unsichtbare Beeinträchtigungen und eine Website mit «Safe Spaces», also Orten ohne Strahlung. Am Ende dieses Artikels finden Sie beriets sieben Beispiele für funkarme Orte.

Menschen mit einer Unverträglichkeit gegenüber elektromagnetischen Feldern (auch Elektrohypersensitive bzw. EHS genannt) sind täglich mit vielen unsichtbaren Hindernissen konfrontiert. Mobilfunkstrahlung, Smartphones und WLAN-Router beeinträchtigen die Betroffenen in ihrem Wohlbefinden und in ihrer Gesundheit. So stört 5G-Strahlung nachweislich bei rund einem Drittel der Bevölkerung den Schlaf. Auch oxidativer Stress ist für viele Betroffene eine grosse Belastung und verursacht leichte bis schwere Symptome. Viele Betroffene ziehen sich zeitweise oder ganz aus der Gesellschaft zurück, andere kämpfen sich irgendwie durch, reduzieren das Arbeitspensum oder setzen kostspielige Abschirmmassnahmen um.

Zwei neue Projekte von Schutz vor Strahlung

Von EHS betroffene Menschen können Orte, an denen z. B. auf rollstuhlfahrende, sehbehinderte oder taubstumme Menschen Rücksicht genommen wird, oft gar nicht betreten. Denn die Strahlung ist dort grösstenteils so hoch, dass diese zu starke Unverträglichkeitsreaktionen auslösen kann. Auch andere Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen kämpfen mit vergleichbaren Problemen, weshalb Betroffene eine weltweite Aktion mit dem «Sonnenblumen-Bändel» gestartet haben. Schutz vor Strahlung schliesst sich dieser Aktion an und wird eigene, auf EHS zugeschnittene Bändel produzieren lassen. Und mit einer neuen Website sollen strahlungsarme Orte bekannt gemacht werden – sowohl für EHS wie auch als Orte für «Digital-Detox». Die ersten sieben Orte sind am Ende dieses Artikels aufgelistet.

Sonnenblumen-Bändel für mehr Rücksichtnahme und bessere Hilfe

Beim Einkaufen im Supermarkt, am Postschalter oder in Zügen ist die Strahlungsbelastung enorm hoch – für manche EHS schlicht zu hoch. EHS benötigen aufgrund der Unverträglichkeit gegenüber Strahlung vielerorts eine bevorzugte Behandlung oder angemessene Hilfe. Genau das soll der Sonnenblumen-Bändel an ersten möglichen Orten bewerkstelligen. Er ist ein international bekanntes Zeichen für besondere Bedürfnisse durch eine unsichtbare Beeinträchtigung (wie z. B. Autismus, Migräne, Reizdarm, Alzheimer usw.). Mit dem Bändel kann beim Reisen, an Schaltern, in öffentlichen Gebäuden, bei Veranstaltungen oder in medizinischen Einrichtungen auf einfache Weise verständlich gemacht werden, warum man mehr Abstand, kurze Wartezeit, eine Toilette oder andere Unterstützung braucht.

Die SBB lancierte 2025 einen kostenlosen Sonnenblumen-Bändel mit Blanko-Karte für Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen. Über 10'000 Betroffene haben den Bändel bereits bezogen. Mit speziellen Piktogrammen kann zusätzlich diskret signalisiert werden, dass beispielsweise das Gegenüber bitte Abstand halten oder einen Platz freigeben soll. Auch in den grösseren Schweizer Postfilialen dürfen Träger des Bändels bei Bedarf direkt und ohne Ticket an den Schalter für Menschen mit Behinderungen gehen (mit Rollstuhl-Zeichen) und kommen als nächstes an die Reihe – auch Menschen mit einer unsichtbaren Beeinträchtigung. Mitarbeitende vieler Unternehmen sind sensibilisiert, dass sie geduldig, rücksichts- und verständnisvoll reagieren sollen, egal welche unsichtbare Einschränkung vorhanden ist.

EHS-Sonnenblumen-Bändel

Schutz vor Strahlung lässt im August 2026 nun einen für EHS verträglichen Sonnenblumen-Bändel aus Baumwolle mit einer speziell für Menschen mit EHS beschrifteten Karte herstellen. Zugleich werden zahlreiche grössere Unternehmen, Dienstleister und Gesundheitseinrichtungen über die Einführung dieses Bändels informiert. Mit dem Bändel und der Karte soll der Alltag von EHS erleichtert und in Notsituationen bedarfsgerecht geholfen werden können.

Bis Ende Juli 2026 können alle Interessierten Anregungen für den Basistext und für Kartensymbole einbringen und bereits Bändel vorbestellen. Die Bändel sind für Mitglieder kostenlos, Nicht-Mitglieder bezahlen pro Bändel CHF 10. Die Auswahl an Karten wird nach den ersten Rückmeldungen im August bekannt gegeben.

Teilrevision des Fernmeldegesetzes (FMG) im Bereich MobilfunkEs hagelt Kritik von allen Seiten – Teil 1: Kantone, Städte und Gemeinden

Sage und schreibe 1751 Seiten Stellungnahmen zur Teilrevision des Fernmeldegesetzes trafen zwischen Januar und März 2026 beim Bundesamt für Kommunikation ein. Dazu kommen über 15’000 Unterschriften mit der Forderung nach einem sofortigen Rückzug des Gesetzesentwurfs. Auch viele Kantone, Städte und Gemeinden üben grundlegende Kritik oder lehnen das Gesetz vollständig ab: Die Anzahl Verfahren würde verdoppelt, die wichtige Mitwirkung der Betroffenen ginge verloren, der Eingriff in die kommunale Hoheit sei unerwünscht und die Vereinbarkeit mit anderen Gesetzen und der Verfassung sei fraglich. Die Kritik betrifft vor allem den Kern der Vorlage, nämlich die Idee der Aufsplittung des Baubewilligungsverfahrens, und zeigt, dass diese Idee keine Mehrheiten findet. In einem oft erwähnten Punkt hingegen herrscht Einigkeit mit dem Bundesrat: Transparenz und eine zentrale öffentlich zugängliche Datenbank schaffen. Der Bundesrat ist nun gehalten, die Arbeiten am Gesetz einzustellen und stattdessen die geforderten Transparenzmassnahmen, Glasfaser als Entlastung des Mobilfunks und das Breitbandfördergesetz voranzutreiben. So werden im Mobilfunknetz ohne eine einzige zusätzliche Antenne grosse Kapazitäten frei – Ziel erreicht!

Es hagelt Kritik von allen Seiten – Teil 1: Kantone, Städte und Gemeinden

Sonnenblumen-Bändel: Bestellen und Anregung einreichen

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    Safe Spaces – strahlungsarme Orte für EHS

    In der heutigen Zeit sind Orte ohne künstlich erzeugte Strahlung selten geworden. Entsprechend klein ist der Radius, in dem sich EHS frei und ohne Beschwerden bewegen können. Schutz vor Strahlung möchte deshalb gemeinsam mit Betroffenen, Anbieterinnen & Anbietern und interessierten Menschen unter dem Namen «Safe Spaces» ein Verzeichnis für strahlungsarme und rücksichtsvolle Orte des Alltags aufbauen. Dieses Verzeichnis soll EHS helfen, passende Örtlichkeiten und Angebote einfacher zu finden. Gleichzeitig soll das Verzeichnis auch Menschen ansprechen, die sich bewusst mit Erholung, Digital Detox, gesundem Wohnen und Schlafen und strahlungsarmen Lebensräumen auseinandersetzen.

    Wir wollen Orte ohne Handynetz, WLAN und Smartphones aktiv fördern und sie als wertvolle Oasen bekannt machen. Sieben Beispiele für solche Orte sind im Anschluss an diesen Artikel aufgelistet.

    Unser Aufruf: Kennen Sie Orte, die strahlungsarm sind? Oder bieten Sie selber einen solchen Ort an? Das können sein: Ferienwohnungen, Hotels, Restaurants, Läden, Wandergebiete, Naturparks, Arztpraxen, Therapieräume, Kliniken, Arbeitsplätze, Wohnangebote oder temporäre Rückzugsorte.

    Strahlungsarmen Ort melden

      Safe Space melden
      Meine Angaben

      Die Programmierung der Website mit Filter- und Bewertungsfunktion sowie möglichst genauen Angaben zur Reststrahlung ist ziemlich aufwändig und wird ungefähr CHF 8000 kosten. Der jährliche Unterhalt der Website schlägt mit rund CHF 2000 zu Buche. Deshalb bitten wir Sie auch um Ihre Unterstützung in Form einer Spende für unser Safe-Spaces-Projekt. Herzlichen Dank im Voraus!

      Spenden

      Sieben strahlungsarme Orte

      Restaurant Flamme (Säli), Solothurn

      Das gemütliche Säli des Restaurants «Flamme» befindet sich zwischen zwei dicken Stadtmauern, perfekt geschützt vor Mobilfunkstrahlung, ohne WLAN und ohne Strahlung von Smartphones. Vielseitiges Angebot auch für Veganer und ohne Gluten. Säli für bis zu 12 Personen.

      Flamme.so, Schaalgasse 6, 4500 Solothurn, Öffnungszeiten

      Fischermätteli-Lade, Bern

      Quartier- und Bio-Laden mit einer gut sortierten Auswahl an Lebensmitteln, Kosmetik und allerlei Nützlichem. Es wird soweit möglich auf WLAN, Laptop und digitale Geräte verzichtet, der Laden ist aber nicht ganz strahlungsfrei. Daher auch unkomplizierter Hauslieferservice.

      Fischermätteli-Lade, Weissensteinstrasse 29a, 3008 Bern, Öffnungszeiten

      Boutique Anita M.Art, Biel/Bienne

      Kleiderboutique mit in der Schweiz hergestellten Kleidern aus natürlichen Stoffen und einer vielfältigen Abschirmkleider-Kollektion. Ohne jegliche strahlenden Geräte wie Smartphone, WLAN, Laptop etc. Der Laden steht inmitten von dicken Altstadtmauern und ist nahezu strahlungsfrei.

      Boutique Anita M.Art, Schmiedengasse 13, 2502 Biel, Öffnungszeiten

      RUHE-Insel

      Der strahlungsfreier Rückzugsort steht Besucherinnen und Besuchern als Pause für den Alltag oder auf der Durchreise zur Verfügung. Im gesamten Geschäft wird auf jegliche Art von strahlenden Geräten verzichtet, unter dem grosszügigen Baldachin ist es praktisch strahlungsfrei.

      RUHE-Insel, Fürfelderstrasse 1, 4125 Riehen, Voranmeldung

      Die schönsten Funkloch-Wanderungen der Schweiz

      Ein Künstler-Duo lancierte eine Funkloch-Wanderkarte mit «5 Wanderungen, um ein letztes Mal unerreichbar zu sein». Orientiert haben sich die Autorinnen an der BAKOM-Abdeckungskarte und sind dabei auf Orte ganz ohne Handynetz gestossen.

      Erhältlich unter: t8y.ch/projects/funkloecher

      Kultur am Bettrand – ein Konzert zu Hause

      Kultur am Bettrand bringt Musik zu Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine kulturellen Veranstaltungen und Konzerte besuchen können. Über 90 Kulturschaffende freuen sich auf einen kostenlosen Besuch bei gesundheitlich beeinträchtigten Menschen.

      Website: www.kulturambettrand.ch

      Strahlungsfreier Camper

      Der komplett ausgestattete Camper bietet eine ideale Möglichkeit für erholsame Ferien und angenehmes Reisen. Abschirmende Vorhänge schaffen nachts eine fast strahlungsfreie Oase. Zur Miete des Campers gibt es eine Liste mit Tipps für den Nordosten Frankreichs.

      Website: www.schutz-vor-strahlung.ch/camper

      3 Kommentare zu diesem Beitrag

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      1. Auf ASZA ist die grösste Sammlung von strahlungsfreien Unterkünften gesammelt. Eine RIESEN Arbeit, aber erfreut sich grosser Beliebtheit: https://asza.org/ – sicherlich könnt ihr diese auch übernehmen auf Eure neue Website, wenn ihr die jeweiligen Unterkunftsbesitzer kurz anschreibt!

      2. Von ganzem Herzen „Danke“!!!! Meine Wünsche od. eher Nöte wurden erhört :-), ganz wunderbar, was ihr da ins Leben bringt 💛. Das wird hoffentlich eine ganz lange und immer noch längere Liste… 🙏

      3. Ich möchte auch auf die schon länger aktive Börse für elektrosmogarmen Wohnraum im Gigaherz-Forum hinweisen, siehe https://forum.gigaherz.ch/viewforum.php?f=6

        Auch erwünscht sind Beiträge im allgemeinen Forum von Gigaherz.

        Schaut dort rein auf der Suche nach elektrosmogarmem Wohnraum und elektrosmogarmen Ferienorten. Zur Zeit aktuell ist ein Angebot für elektrosmogarme Ferien im Tessin. Elektromogarm und wohl zur Zeit angenehm kühl das Hotel Simmenfälle.